Vom Schloss zum Brauhaus – unterwegs am Südufer des Templiner Sees

Zugegeben, wir waren hier immer nur im Sommer. Und weiter als bis zur Badestelle am Templiner See haben wir es nie geschafft. Also wird es Zeit für wahre Entdeckerfreude! Vom Potsdamer Hauptbahnhof nehmen wir den Bus 607 und fahren bis Caputh. Unser erste Halt sind Schloss und Park Caputh am malerisch gelegen Seeufer. Das einstige Landschloss von Dorothea, zweiter Gemahlin des Großen Kurfürsten, ist das älteste, erhalten gebliebene Lustschloss aus der Zeit des Brandenburger Monarchen in der Potsdamer Kulturlandschaft.

Im schön sanierten Schloss können der Fliesensaal, zwei Kavalierzimmer, der Festsaal, die Wohnungen des Kurfürstenpaares sowie das Porzellankabinett besichtigt werden. Gratis lädt der Landschaftsgarten mit seinen vielen alten Bäumen rund um das Schloss ein. Das gönnen wir uns, aber dann geht es weiter, schließlich haben wir noch ein Stück Weg vor uns, der entlang des Templiner Sees auf dessen Südseite Richtung Potsdam führt. Der See mit seiner rund 5 Quadratkilometern großen Fläche ist Teil einer Kette großer Seen der mittleren Havel.

Der Weg führt immer am Seeufer entlang, und schneller als gedacht landen wir am Ausflugslokal Braumanufaktur Forsthaus Templin, das seit 1834 Gäste empfängt und damit eines der ältesten Ausflugslokale der Region ist. Bevor wir den Gastraum betreten, erfreuen wir uns noch an den Haustieren. Gänse, Ziegen und anderes Getier führen im alten Forsthaus ein gutes Leben. Doch wir laufen noch ein paar Meter weiter zu einer Anhöhe.

Von oben öffnet sich der Blick auf den See, der ruhig daliegt und Stille atmet. Dann weist uns der knurrende Magen den Weg ins Forsthaus Templin. Im Sommer lädt der große Biergarten ein, nun ist der rustikale Gastraum ein guter Platz für eine genussvolle Pause. Die Karte offeriert Deftiges, aber auch Fisch und vegetarische Gerichte werden angeboten. Wir entscheiden uns für die Grillhaxe, schließlich fällt der Blick auf die Brauanlage – hier sorgen die beiden Braumeister Thomas Köhler und Jörg Kirchhoff für besonderen Biergenuss, denn die hauseigene Braumanufaktur ist die einzige Bio-Brauerei im Land Brandenburg.
Seit Mai 2007 wird das komplette Sortiment zwischen Potsdamer Stange und saisonalen Spezialitäten in Bio-Qualität erzeugt. Wir entscheiden uns für die historische Bierspezialität Werdersches, die einst schon Fontane in seinen Wanderungen lobte.

Als wir satt und zufrieden das Forsthaus verlassen, kokettieren wir kurz mit der Variante, in den Bus zu steigen, der direkt vor der Tür hält. Nein, wir laufen weiter. Gut sechs Kilometer sind es bis zum Potsdamer Zentrum. Und wenn wir unterwegs schlappmachen, bleibt uns immer noch der Bus.

Wer Lust auf mehr hat: Der Weg rund um den Templiner See ist zirka 12 Kilometer lang und schließt eine Fahrt mit der Fähre Tussy II zwischen Geltow und Caputh ein. Auf dem Rundweg bietet der Fußweg über die Eisenbahnbrücke Templiner See eine schöne Aussicht, auch ein Abstecher zum Einstein-Haus in Caputh ist möglich. Im Sommer unbedingt Badesachen einpacken.

Fotos: Marktgeplapper / Johanna

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