Spaghettisoße aus dem Backofen

Ich liebe, es in alten und natürlich auch neuen Kochbüchern zu stöbern, mir den Geschmack interessanter Gerichte auf der Zunge vorzuschmecken, oft auch mir das Essen bildlich auf dem Tisch schön serviert vorzustellen. Im Netz ist es noch einfacher, es gibt sooo viele Koch- und Backseiten, darin kann ich mich Stunden verlieren und kaum entscheiden, was ich nachkochen, uminterpretieren oder verändern möchte. Manchmal aber, und so gestern geschehen, suche ich etwas im Netz und „stolpere“ dabei quasi über ein Rezept.

Ich wollte etwas zu bestimmten alten Tomatensorten nachlesen und fand einen Vorschlag auf einer Rezeptseite aus den USA für eine Spaghettisoße im Ofen, zubereitet aus kleinen Tomaten, Feta und ein paar Kräutern und Knoblauch.
Ich gebe zu, es waren die Minitomaten, Kirschtomaten, cherry tomatoes, wie auch immer genannt, die mich den Link anklicken ließen, denn dieses Jahr habe ich nur solche im Tomatenhaus, meist eine große Schüssel voll und so viele können wir gar nicht im Salat oder zum Brot dazu essen, bevor sie eventuell matschig werden.

Gatterich sollte nämlich im Frühling vom Discounter nebenan Tomatenpflanzen alter Sorten mitbringen, die waren im Jahr zuvor super gewachsen, lecker und aromatisch. Aber genau wie beim berühmten Blick in den Kühlschrank und dem Klassiker “Ähhmmm, wo sagst du, ist die Butter?“ verlief es beim Discounter… er kam wieder und brachte schlechte Kunde: alle Pflanzen sofort verkauft. Da stand nicht mal mehr das Verkaufsregal. (Das Verkaufsregal mit vielen Pflanzen in reicher Auswahl stand übrigens um die Ecke, vorn am Eingang und nicht vor der Kasse, und ja, es gab noch tagelang nach Gatterichs Einkauf reichlich Pflanzen, so erfahren vom Gartennachbarn zur Linken, der das Regal und die Tomaten fast auch nicht gefunden hätte, aber seine Frau war beim Einkaufen dabei…).
„Mist!“ dachte ich, muss doch noch einer zur Gartenabteilung fahren. Und da Gatterich andern Tags zum Baumarkt fuhr, war er der beste Gatterich der Welt und kam stolz mit vier Tomatenpflanzen zurück. Den Blumenstrauß zum Hochzeitstag hatte er mir nicht mit so viel Stolz wie diese Tomatenpflanzen präsentiert. Da war der Steinzeitmann in ihm wach, die letzten vier Pflanzen, erbeutet, nur für mich!
Nun, die Beute war etwas schwach auf der Brust bzw. dem Stängel, alles Cherrytomaten (Sag jetzt besser nix zu ihm und freu dich wie doll… dachte ich noch).  Als wir sie ins Tomatenhaus umsetzten, konnte ich den leisen Zweifel hinsichtlich einer Ernte nur ungenügend für mich behalten. Doch inzwischen bin ich sicher, Pflanzen hören uns zu… sie wurden zwar nicht sehr hoch, aber tragen Minifrüchte im Großgebinde. 

Das Rezept hat sich als genial schnell und einfach in der Herstellung erwiesen, uns hat es super geschmeckt und es war sicher keine Eintagsfliege.

Hier die Zutatenliste (ausreichend für 4-5 Personen) für die Soße, in einer mittleren Auflaufform zu Spaghetti: 

  • 1 Packung Spaghetti z.B. Nr. 5 (etwas dickere Nudeln)
  • Reife kleine Tomaten, den Boden der Auflaufform bedeckend
  • 2-3 Stück Fetakäse
  • 2 Zehen Knoblauch, in kleinere Stücke geschnitten
  • Etwas frisches Basilikum, wenn vorrätig
  • 1- 2 Esslöffel mediterrane Kräuter, getrocknet oder frisch
  • Etwas Olivenöl
  • alternativ: etwas Mediterranes Öl (eine leckere Kombination aus Rapsöl, Olivenöl und mediterranen Kräutern)

Tomaten waschen und den Boden der Auflaufform damit bedecken, Feta drüber legen, Knoblauch, etwas Öl und die Kräuter darüber verteilen.
Im Ofen bei Umluft auf 160 Grad (ca. 175Grad bei Ober- / Unterhitze) eine knappe eine halbe Stunde backen, bis die Tomaten zu platzen beginnen und  der Feta  weich geworden ist. In der Zwischenzeit einen Topf mit Wasser aufsetzen, Salz zugeben und die Spaghetti al dente kochen.
Form aus dem Ofen nehmen, Inhalt mit zwei Gabeln grob durchmischend und ggf. frischen Basilikum darüber streuen.
Spaghetti und Soße servieren, gern auch zuvor miteinander vermischt. 

Guten Appetit! 

Übrigens, Soßenreste schmecken am nächsten Tag kalt hervorragend zu frischem Baguette oder Röstbrot.

Fotos: Dr. Birger Hahnemann

ähnliche Beiträge

Der Sofahahn 0 Kommentare

Der Sofahahn

Kartoffeln mal anders 0 Kommentare

Kartoffeln mal anders

Der Scheidungshahn 0 Kommentare

Der Scheidungshahn

0 Kommentare

Vergessene Rezepte

Noch keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden nach Überprüfung freigeschaltet. Ihre eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.