Geplapper über die ohne Fleisch – und das zu Weihnachten!

Johanna:

Ach, Annina, früher war das ganz einfach: Ich habe eine Gans gebraten, alle haben gegessen, bis nix mehr da war und fielen danach in eine gesegnete Fressnarkose. Heute isst die Hanna kein Fleisch, Basti verträgt keinen Kohl und Vicky meint, ich soll mal was anderes kochen. Ist das bei dir auch so?

Annina:

Ne. Die hätten bei mir alle Hausverbot! Das liegt nur daran, dass du in der Stadt wohnst. Bei mir auf dem Land essen alle Fleisch.

Johanna:

He? Meinst du ernsthaft, dass man auf dem Land nicht vegetarisch leben kann?

Annina:

Quatsch. Natürlich. Wenn ich im Sommer viel Gemüse im Garten habe, hat bei uns auch keiner Appetit auf Fleisch oder Wurst. Aber niemand trägt das wie eine Religion vor sich her und versucht pausenlos, andere zu agitieren.

Johanna:

Für manche ist das ja eine Art Religionsersatz – und missionieren wollen sie auch gleich noch.

Annina:

Na gut, wenn es ernsthaft betrieben wird, kann ich damit leben. Aber dann kauft man mit Hirn und Verstand ein, schmeißt keine Lebensmittel weg und isst „Super-Food“ aus der Region: Leinsamen statt Chiasamen, Johannisbeeren statt Goji-Beeren. Klingt nur alles viel normaler.

In Zeiten, in denen Fleisch eine Mangelware war, konnte sich das nicht jeder leisten. Das war was Besonderes. Heute ist es zur Billigware mutiert. Ein Kilo Fleisch für 3,99 Euro esse ich auch nicht, weil das in der Achtung für das Tier und die Mühe des Bauern zum Himmel stinkt, aber Lebensmittel verteufeln – das hat Essen nicht verdient!

Johanna:

Stimmt, mich hat neulich auch eine junge Frau gefragt, ob in meinen Plätzchen Butter drin ist. Aber in einem Ton der Anklage, als hätte ich meinen Liebhaber umgebracht.

Annina:

Hast du einen? Der muss ja richtig auf Fleisch stehen!

Johanna:

Das wüsstest du gern, was? Aber ich weiß immer noch nicht, was ich Weihnachten koche.

Annina:

Mach doch nicht so ein Problem daraus. Der Gatterich hat neulich ein Wildschwein geschossen. Da kannst du eine Keule haben und alle sind glücklich: du hast was anderes auf dem Tisch, außer Rotkohl machst du noch ein paar Möhrchen und es gibt Spätzle statt Klößen. Alle sind glücklich. Rezept maile ich dir gleich morgen.

Johanna:

Du bist die beste aller Marktfrauen überhaupt!

Annina:

Übertreib nicht so. Schick einfach ein Foto vom Essen.

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