Gemalt, gebrannt, geerntet: Entdeckungen in Krummensee

Krummensee gibt es in Brandenburg im Doppelpack: einmal im Landkreis Dahme-Spreewald und einmal als Ortsteil von Werneuchen im Landkreis Barnim.
Wir fahren in das gut 20 Kilometer nordöstlich von Berlins Mitte gelegene Krummensee. Es ist ein schmuckes Dorf, das schon allein mit seinen vier Seen punktet: den Haussee (mit Badestelle in der Ortsmitte), Kiebitzsee, Krumme See und Sputesee.
Doch nicht Wasserreichtum, Wanderlust oder die aus unbehauenen Feldsteinen errichtete Dorfkirche, die Ende der 1990er Jahre dank Spendengeldern saniert werden konnte, lockten uns nach Krummensee, sondern die Kunst. Die hat hier ein sehr verlockendes Domizil, denn Ronald Schulz bietet in den Räumen seines Landwirtschaftsbetriebs regelmäßig Künstler*innen aus der Region die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen.
Diesmal (von Oktober 2021 bis Januar 2022) sind Aquarelle der Autorin und Malerin Edda Gutsche zu sehen. Die weit gereiste Spezialistin für kulturhistorische Bücher (gerade ist ihr Buch „O Land der dunklen Haine…“ – eine literarische Reise durch Rügen, Hiddensee und Stralsund erschienen) illustriert viele ihrer Bücher selbst und malt zur eigenen Entspannung.
In Krummensee sind Blumenmotive zu sehen, die gut in die ländliche Umgebung passen. „Malen ist für mich immer auch ein Ausgleich für das viele Reisen“, berichtet die Autorin. „Und natürlich ist es mir wichtig, dass Menschen an meinen Bildern Freude haben.“

Das gelang bereits am Nachmittag der Vernissage bestens, denn der 1996 als Pilzhof gegründete Landwirtschaftsbetrieb von Ronald Schulz ist auch Begegnungsstätte. An jedem Samstag gibt es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, in der warmen Jahreszeit können die Gäste im Garten Platz nehmen. Wer‘s herzhaft mag, entscheidet sich für die Pilzpfanne, eine Spezialität des Hauses. Die Pilze kommen aus eigener Anzucht, denn der promovierte Naturwissenschaftler baut in seinem Unternehmen exotische Speisepilze wie Shii-take, Austernseitling, Kräuterseitling nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus an und verarbeitet sie.
Vor knapp zehn Jahren erweiterte Ronald Schulz sein Leistungsspektrum: Er eröffnete eine hauseigene DESTILLERIE, was schon vor dem ersten Brand ein enormer bürokratischer Aufwand ist. Der hat sich gelohnt, denn die Spezialitäten wie der Kräuterbitter „halbsowild“, Absinth55, Gin „Wolke 7″ oder der Vogelbeerbrand überzeugen selbst die Fachwelt. Kein Wunder, denn die Zutaten sind regional. Sie wachsen und gedeihen im eigens angelegten Wildobst- und Kräutergarten im Nachbarort. Wildobst und Kräuter werden auch zu Sirup, Konfitüren und Likör verarbeitet. Das alles gibt es im Hofladen an der Dorfstraße.

Adresse: Dr. Schulz Destillerie & Liqueurmanufaktur, Dorfstraße 16, 16356 Werneuchen

Fotos: Marktgeplapper / Johanna

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