In der guten Stube des Weihnachtsmannes

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Hausherr ist nicht da. Er hat sein Nachthemd ordentlich aufs Bett gelegt, die Strümpfe hängen schaukelnd über dem Bettgestell. Ist er in der Sommerfrische am Nordpol? Besucht er seinen besten Freund, den Nikolaus? Es bleibt sein Geheimnis, auch wenn täglich viele große und kleine Besucher in seine gute Stube in Himmelpfort kommen. Und nun wird es Zeit für die gute Nachricht: Selbstverständlich wird auch in Abwesenheit des Hausherren der Briefkasten mit den Wunschzetteln geleert. Alle Briefe, die bis spätestens bis Mitte Dezember eingehen, werden vom Weihnachtsmann und seinen helfenden Engeln beantwortet. So war und ist es in Himmelpfort. Und wird es hoffentlich noch ewig bleiben.

Gleich hinter dem Weihnachtspostamt beginnt die nächste Geschichte, denn hier stehen die Überreste des Zisterzienserklosters, das im ausgehenden 13. Jahrhundert gegründet wurde. „Coeli porta!“ – Himmelspforte soll der Bruder Otto gerufen haben, als er von einer Anhöhe auf die anmutige Landschaft sah, die auf der schmalen Landzunge zwischen Stolp-, Haus-, Moderfitz- und Sidowsee liegt. Ein Ort, wie ihn Städter ersehnen – fernab vom Trubel, von großen Verkehrsstraßen, von Shopping-Tempeln und Warenflut. Heute stehen nur noch die Außenmauern der einstigen Klosterkirche. Auf Teilen der Außenmauern wurde später eine neue Klosterkirche gebaut, die besichtigt werden kann. Im Sommer wird sie zum Raum für Konzerte.

Vom einstigen Klosterleben erzählt auch der Klosterkräutergarten (Eintritt frei), der nicht nur allerlei Kenntnissen über den Anbau von Kräutern vermittelt, sondern die Fülle der Natur erlebbar macht. Oder einfach nur tief durchatmen und erschnuppern, welches Kräutlein die Luft schwängert? Aber leicht wird das nicht, denn über 250 Heil-, Gewürz- und Duftkräuter sowie zahlreiche Bäume und Sträucher wachsen und gedeihen hier. Manches Kräutlein gibt es im Kräuterladen hochprozentig in der Flasche. Wie gut das gegen allerlei Beschwerden hilft, wussten schon die Mönche.

Himmelpfort liegt inmitten einer der wasserreichsten Regionen Deutschlands und ist ein idealer Ausgangspunkt für Bootstouren von Kanu über Floß bis zur Yacht, Wandern, Fahrradreisen, Mountainbiking, Joggen … „Coeli porta!“ – die Himmelspforte, an der Stress keinen Einlass hat.

Oder sie stellen sich an die Schleuse und beobachten den regen Schiffsverkehr. Auf der anderen Straßenseite verströmt der Kräutergarten Himmelpfort betörende Düfte. Und ansonsten gilt: Ein Kanu ausleihen und die Seen rund um Himmelpfort erkunden!

Fotos: Marktgeplapper / Johanna

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