Der kleine BER-Bruder mitten im Naturpark

Logisch, den BER kennt jede und jeder im Land. Dabei gibt es rund 25 Autominuten davon entfernt, einen weiteren Airport, der mit Superlativen aufwarten kann.
Der Flugplatz im Trebbiner Ortsteil Schönhagen ist heute der größte Verkehrsflugplatz für kleine Flugzeuge bis 12 t in den neuen Bundesländern und der zweitgrößte in Deutschland. Mit 45.000 Flugbewegungen im Jahr ist er ein europäisches Luftfahrt-Drehkreuz.
Er liegt eingebettet in die Wald-, Heide- und Seenlandschaft des Naturparks Nuthe-Nieplitz, der Ende des vergangenen Jahrtausends als einer von insgesamt elf Naturparks in Brandenburg eröffnet wurde. Das Landschaftsbild prägen die feuchte Niederung der Flüsse Nuthe und Nieplitz, der Wald, die Heidelandschaft und kleine märkische Dörfer.
Obwohl inzwischen über 40 Unternehmen, Vereine und Verbände auf dem Flugplatz Schönhagen ihren Sitz haben, ist großstädtisches Business-Gewimmel hier nicht angesagt. Die Privat- und Business-Flieger (selbst die Fußballer das FC Bayern München landeten und starteten schon in Schönhagen) landen ohne großes Aufsehen.

Am Flugplatz haben sich Unternehmen angesiedelt, deren Geschäftsfeld mit der Fliegerei zu tun hat: Flugzeug- und Helikopterwerften, Avionikspezialisten und Flugzeugbauer, Flugschulen und Charterunternehmen, Fliegervereine und Dienstleister.
Die Geschichte des Flugplatzes begann bereits in den 1920er Jahren. Mit Gummiseilen katapultierte man damals die ersten Gleiter von einer Bergkuppe östlich des heutigen Flugplatzgeländes, dem Löwendorfer Berg, in den Brandenburger Himmel. Eine Gruppe von Gärtnerlehrlingen machte mit selbstgebautem Fluggerät den Anfang, später folgten wagemutige Flieger aus der ganzen Region und vor allem aus Berlin. Im Terminal gibt es eine Dauerausstellung zur Historie des Flugplatzes.

Besucher können vor Ort Fahrrädern oder E-Bikes ausleihen und so auf den Wegen des Naturparks Nuthe-Nieplitz die Region erkunden oder Trebbin besuchen.
Auch das Wildgehege Glauer Tal (Glauer Tal 1, 14959 Trebbin) lohnt einen Besuch. Wo sich einst ein Truppenübungsplatz befand, ist nun Platz für Rothirsche, Damwild und Mufflons.
Oder einfach nur entspannt Platz nehmen, um den Flugbetrieb zu erleben? Dazu lädt die Terrasse des Flughafen-Restaurants „Cockpit“ ein. Fluggeschehen an der frischen Luft bei Kaffee und Kuchen. Der wird hier selbst gebacken, auch die Küche kocht frisch und ausgemacht wohlschmeckend. Dafür sorgt der Koch Pascal Grduk mit seiner kleinen engagierten Mannschaft.
Besonders entspannend ist es hier am Abend, wenn der Flugverkehr merklich abnimmt und schon bald Füchse über die Wiesen streifen oder Kaninchen übers Flugfeld hoppeln. Auch Firmen und Familien haben diesen Reiz inzwischen entdeckt und feiern hier bei gutem Essen und aufmerksamen Service mit Blick aufs Rollfeld.

Fotos: Dr. Birger Hahnemann

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